WINDPARK

OBERPINZGAU

Leistung: 42.000 MWH pro Jahr // Realisierung: in Planung // Ort: Mittagskogel

Stuhlfelden Klein
WINDPARK-Oberpinzgau

Auch wenn es bislang noch kein Windrad im Bundesland Salzburg gibt, werden die Pläne für die Errichtung von Windkraftanlagen immer konkreter. Die Brandstetter Säge- und Kraftwerks GmbH & Co KG und die on.project GmbH haben die Brandpower Windkraft gegründet, um Projekte für erneuerbare Energie in Salzburg zu verwirklichen. Aktuell werden die Möglichkeiten im Pinzgau geprüft: erste Vorarbeiten wie Gespräche mit Grundstückeigentümern, Gemeinden und mit der Salzburger Landesregierung wurden bereits durchgeführt. Die beiden Gesellschafter haben bereits viele Jahre erfolgreich in der Windkraftentwicklung zusammengearbeitet und zuletzt drei Windparks in Kärnten erfolgreich zur Baureife gebracht. Die Salzburger Landesregierung

will die Windkraft in den kommenden Jahren ausbauen und arbeitet aktuell am Masterplan 2030. Ein umfassender Kriterienkatalog definiert hier die Grenzen des Zulässigen bzw. Erwünschten.

 

Josef Brandstetter, Geschäftsführer der Brandpower Windkraft: „Für uns ist völlig klar, dass es nicht nur Argumente für die Windkraft gibt. Wir wollen uns die Situation im Pinzgau ganz genau ansehen und Bedenken und Ängste ernst nehmen. Wir schaffen nachvollziehbare und transparente Entscheidungsgrundlagen für die Bevölkerung, die Gemeindevertreter und die Politik, damit ein erfolgreiches Projekt entstehen kann.

ERNEUERBARE ENERGIE

UND WINDKRAFT IN SALZBURG

Treibhausgase bis 2050 auf null reduzieren und die Erderwärmung auf unter 2 Grad Celsius – das sind die Klimaziele, die sowohl international, als auch in Österreich und in Salzburg übereinstimmend formuliert und beschlossen wurden. In der Koalitionsvereinbarung der Salzburger Landesregierung vom Mai 2018, abgeschlossen zwischen ÖVP, Grünen und NEOS heißt es: „Wir streben Energieautonomie an. Das heißt, wir wollen uns zwar im Energiebereich nicht von anderen Regionen und Ländern abschotten, aber über das Jahr betrachtet bei Produktion und Verbrauch ausgeglichen, ausschließlich auf regenerativen Energiequellen basierend, bilanzieren … Wir bekennen uns zur aktiven Inangriffnahme aller Handlungsfelder des Masterplans 2020 und sehen dabei auch im Konsens erarbeitete Windenergieprojekte positiv.“ 

 

Vorschläge für die konkrete Ziel- und Maßnahmenplanung für das Bundesland Salzburg bis zum Jahr 2030 wurden bereits in einem Expertenpapier formuliert, der Masterplan 2030 muss aber noch von der Landesregierung beraten und verabschiedet werden. Eine wichtige Rolle wird der Ausbau der erneuerbaren Energie spielen, neben der Wasserkraft und der Photovoltaik auch die Windkraft. Im Masterplan sollte auch für die kommenden Jahre ein massiver Ausbau des öffentlichen Verkehrs, das Ziel von 20 Windrädern bis 2030, verstärkte Maßnahmen bei Gebäudesanierungen und ein Auslaufen von Ölheizungssystemen enthalten sein.

MODELL BÜRGERENERGIEGEMEINSCHAFT ALS GRUNDLAGE

Im Falle einer Umsetzung von Windkraftprojekten bietet sich aufgrund neuer EU-Richtlinien, die auch in Österreich bis Mitte 2021 umgesetzt werden müssen, die Chance, lokale und regionale Kooperations- und Nutzungsgemeinschaften, sogenannte Bürgerenergiegemeinschaften zu gründen. In Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) bzw. Erneuerbare Energie-Gemeinschaften (EEG) können sich Erzeuger erneuerbarer Energie in der Region mit gewerblichen und privaten Verbrauchern und Kommunen zusammenschließen. Die Energie aus der Region kommt dann zuerst den Verbrauchern in der Region zugute, bevor der Überschuss exportiert wird. Auch andere Erzeuger alternativer Energie wie Kleinwasserkraftwerke und große Photovoltaik-Anlagen können diesen Gemeinschafen beitreten. Die individuelle Standortentscheidung und Flächenwidmungsverfahren bleiben in der Entscheidungsautonomie der jeweiligen Gemeinde. 

 

Josef Brandstetter: “Diese Entwicklung stellt ein enormes Potential für ländliche Regionen wie dem Pinzgau dar, nachdem gerade hier sehr große Ausbaumöglichkeiten für alternative Energien 

gegeben sind. Wichtig ist, dass die Bevölkerung sowie die Kommunen und Wirtschaftsbetriebe bei diesen Projekten integriert werden und somit ein Schritt in Richtung Selbstversorgung und Energieautarkie gesetzt wird. So erkennt jeder Endverbraucher, woher sein Strom tatsächlich kommt. Er bezieht keinen importierten Atomstrom, ist unabhängig von internationalen Lieferengpässen und Preisspannen und unterstützt die Region, da ein deutlich höherer Anteil der Wertschöpfung im Pinzgau verbleibt.“ 

 

Laut Umweltministerin Gewessler helfen Energiegemeinschaften die Menschen näher an die Energiewende heranzubringen und Akzeptanz für sie zu schaffen. Es gelte dafür Flächen und finanzielle Mittel zu mobilisieren. Denn die Nutzung der Energiegemeinschaften sollte möglichst weit angelegt werden - von Solarenergie bis Windkraft -, um das Potenzial auszuschöpfen.

WINDKRAFT

UND TOURISMUS

WINDKRAFT

UND ARTENSCHUTZ

Mögliche Bedenken von Touristikern will die Brandpower Windkraft mit den Ergebnissen einer Studie aus der Schweiz ausräumen. Das Institut für nachhaltige Entwicklung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaft (ZHAW) hat die Akzeptanz von Windenergie bei Touristen untersucht und rund 850 potenzielle Gäste online zur Windenergie befragt. Menschen, die gerne in die Berge verreisen, stehen laut Umfrage der Windkraft mehrheitlich positiv gegenüber. Nur 17 Prozent sprachen sich grundsätzlich gegen den Ausbau von Windenergie in den Bergregionen aus. Knapp 90 Prozent gaben an, dass kleine Windkraftanlagen keinen oder sogar positiven Einfluss auf ihre Wahl der Feriendestination hätten.

Schon bei den ersten Windkraftprojekten zeigte sich, dass Windräder eine Gefahr für Vögel und Fledermäuse darstellen können und es wurden Abschaltalgorithmen entwickelt.  Vogel- bzw. Fledermausradaranlagen gehören mittlerweile bei Windkraftanlagen zum Stand der Technik und werden in Genehmigungsverfahren verlangt, um die Tiere zu schützen. Für im Anlagenbereich lebende Brutvögel – wie beispielsweise das Rauhfusswild – können die Beeinträchtigungen durch gezielte Maßnahmen gering gehalten bzw die Lebensbedingungen sogar verbessert werden. Dazu gehören die Einrichtung störungsarmer Brut-, Aufzucht- und Ruheräume, Bauzeitbeschränkungen zur Vermeidung baubedingter Störungen in der Balzzeit und die Kollisionsvermeidung durch Kontrastfärbung der Anlagensäulen. 

WINDKRAFT UND DIE EINGRIFFE IN DIE NATUR

Ein Windpark mit vier Windrädern erzeugt im Jahr ca. 42.000 MWh Stunden Strom und damit in etwa so viel Energie wie das im Vorjahr in Gries im Pinzgau eröffnete Wasserkraftwerk der Salzburg AG. Mit dieser Strommenge können ca. 10.000 Haushalte oder drei Schigebiete für Beschneiung, Seilbahnen und Lifte sowie die Verwaltung versorgt werden. Um einen Windpark mit vier Rädern in einer Höhe von ca. 1.800 Metern zu errichten, müssen ca. acht Kilometer neue Wege – bei einem Forstwegenetz im Bundesland Salzburg von ca. 9.000 Kilometern und 50-60km jährlichem Neubau -, vier Fundamente mit je 600 m2 errichtet, sowie vier Montageflächen mit je 1.000 m2 angelegt werden. Die Tragfähigkeit und die Breite von Forststraßen reichen für den Bau bzw. Transport von Windkraftanlagen meist aus, lediglich kurz vor dem Aufstellort ist üblicherweise ein Wegeneubau im Umfang von zwei bis drei Kilometern pro Windrad erforderlich. 

 

Interessant ist der Eingriffsvergleich mit Kraftwerken der beiden anderen im Masterplan vorgesehenen Erneuerbaren Energieträger, Wasserkraft und Photovoltaik:

Das kürzlich in Betrieb genommene Wasserkraftwerk Gries an der Salzach erzeugt ebenfalls etwa 42 Mio kWh Strom im Jahr. Dazu wurde der Wasserspiegel um 5,5 Meter angehoben und die Salzach über mehrere Kilometer um 3,5 Meter eingetieft, der Uferbereich temporär entfernt, auf 52 ha Aufschüttungen im Umfang von 100.000 m3 mit 80.000 LKW-Transportfahrten durchgeführt und etwa 20.000 m3 Beton verbaut. Nicht vergessen werden darf dabei natürlich der über die Stromerzeugung hinausgehende Nutzen wie Hochwasserschutz und Kulturlandgewinnung.

 

Wollte man die gleiche Energiemenge mittels Photovoltaik erzeugen, wäre dazu eine PV-Modulfläche von 200.000 m2 erforderlich, das würde bei einer Freianlage einen Grundflächenbedarf von 40 ha erfordern, das entspricht einer Fläche von etwa 56 Fußballfeldern, wofür in Salzburg die geeigneten Flächen eher knapp sein werden. Nahezu eingriffsfrei lässt sich diese Leistung aber auf Dachflächen installieren. Erforderlich wären dafür beispielsweise 8000 Einfamilienhäuser (je 5 kWp).

DIE PROJEKTPARTNER IM ÜBERBLICK

Die Brandpower Windkraft GmbH & Co KG wurde als Projektgesellschaft für die Entwicklung, Genehmigung und im positiven Fall Errichtung von Windparks in Salzburg und in der Obersteiermark gegründet. Geschäftsführer ist DI Josef Brandstetter. Gesellschafter sind die Brandstetter Säge & Kraftwerks KG und die on.project GmbH. Diese beiden Gesellschafter haben bereits seit Jahren erfolgreich in der Windkraftentwicklung zusammengearbeitet und zuletzt drei Windparks in Kärnten erfolgreich zur Baureife gebracht. Diese positiven Erfahrungen haben auch zur weiteren Zusammenarbeit in der Entwicklung von Windkraftpotentialen an anderen Standorten geführt.

 

Die Brandstetter Säge & Kraftwerks KG, ein Beteiligungsunternehmen der Brandstetter Familienstiftung (www. Brandpower.at) bringt dabei langjährige Erfahrung im Bau, Entwicklung und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen ein, im Pinzgau die Photovoltaik-Anlage am Wildkogel oder die Beteiligung an der Errichtung der Kraftwerksgruppe Kaprun vor drei Generationen durch das Familienunternehmen Hinteregger. 

 

Die on.project GmbH ist ein Unternehmen von Dr. Wolfgang Viertler aus Mittersill, der eine umfangreiche Entwicklungserfahrung mitbringt. Die langjährige Expertise von Dr. Viertler im Umgang mit öffentlichen Strukturen und öffentlich-rechtlichen  

Verfahren ist insbesonders bei der Windparkentwicklung von besonderer Bedeutung, da es sich dabei um komplexe Verfahrensschritte gebündelt mit gesellschaftspolitischen Fragen und Herausforderungen

handelt, in denen die Belange der Bevölkerung, der Gemeinden, Behörden und der übergeordneten politischen Entscheidungsträger auf Landes- bis hin zur EU-Ebene eingebunden werden müssen.

 

EWS Consult als Fachplaner 

Entscheidend für die umweltverträgliche und technisch funktionierende Konzeption von Windparks sind erfahrene Fachplaner, die in der Frühphase einer Standortüberlegung Chancen wie auch Konfliktpotentiale erkennen und darauf reagieren. Exklusiver Fachplaner der Brandpower Windkraft ist bei den Salzburger Standorten EWS Consult (vormals Energiewerkstatt gmbh, www.ernergie-consult.com.) EWS Consult ist ein interdisziplinäres Planungsbüro der ersten Stunde für Ökostrom und in Österreich mit großem Abstand Marktführer was die Zahl und Größe der realisierten und planerisch begleiteten Windparks betrifft. EWS hat darüber hinaus auch eigene Realisierungserfahrung über den Windpark Munderfing, der gemeinsam mit der Gemeinde Munderfing realisiert und betrieben wird. EWS hat hier auch die technische Betriebsführung übernommen.